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Überwachungskameras prägen das Stadtbild

Lange gehörte die vollständig, unter anderem durch Überwachungskameras,überwachte Stadt zu den negativen Utopien. Besonders in der Literatur zeigten sich Bilder des totalitären Überwachungsstaats auf; bestes Beispiel: George Orwells Roman „1984“ und dem Hauptslogan “Big Brother is watching you”. Inzwischen so kann man meinen, hat die Realität die Utopie eingeholt, manchmal sogar schon überholt.

Das Schild “Vorsicht, Videoüberwachung!” findet sich seit einigen Jahren nicht nur an Tankstellen sondern an allen möglichen Plätzen des öffentlichen Lebens. Extremes Beispiel ist Großbritannien: Rund 4,2 Millionen Überwachungskameras sollen im Vereinigten Königreich die öffentliche Sicherheit gewährleisten. Im Vergleich dazu geht es in Deutschland noch vergleichsweise harmlos zu, doch auch hierzulande wird immer mehr öffentlicher Raum überwacht. An Ampeln, in U-Bahn Stationen wird der Bundesbürger von kleinen Minicams gefilmt. Allerdings darf hierzulande bislang nicht jeder nach Belieben filmen, denn jeder Bürger besitzt das „Recht am eigenen Bild“. Stets muss durch Warnschilder auf die Überwachungskameras hingewiesen werden.
Viele Gegner der kleinen “Überwachungsaugen” sehen auch im Internet-Riesen Google mit seinem Dienst Google Street View eine Verletzung des “Rechtes am eigenen Bild”. In Deutschland soll Street View erst dann verfügbar sein, wenn Google und die deutschen Datenschützer, allen voran Hamburgs Datenschutzbeauftragter Johannes Caspar, sich einig geworden sind. Dies kann sich durchaus noch hinziehen, denn Johannes Caspar kündigte rechtliche Schritte gegen Google an.

Alles in allem birgt die Methodik wohl Vor- und Nachteile: Dank Überwachungskameras konnten die U-Bahn Schläger von München identifiziert werden, andererseits wird das Leben des Einzelnen jedoch immer durchsichtiger.

Überwachungskameras reizen Diebe wenig

Eine vom britischen Innenministerium in Auftrag gegebene Studie belegt, was Gegner von Überwachungskameras schon lange dachten: Alleiniger Schutz durch Überwachungskameras hindert Kriminelle nur selten daran einen Überfall oder ähnliches zu begehen. In Großbritannien sind nach Schätzungen des Innenministeriums mehr als 4,2 Millionen Kameras installiert. Welweit hat das britische Königreich die höchste Dichte an installierten Überwachungskameras. Die Campbell Collabaration hat 44 Untersuchungen, die mit validen wissenschaftlichen Methoden die Folgen von Überwachungskameras in Städten analysiert haben, überprüft und zusammengefasst. Demnach reduzieren Überwachungskameras die Kriminalität nur geringfügig, am besten scheinen sie in Parkhäusern zu wirken, deren Eingänge überwacht werden und die gut beleuchtet sind.

Überwachungskameras sind in Großbritannien ein heißes Thema der derzeitigen Politik, schließlich wurden in sie Dreiviertel der Gelder des Innenministeriums für Präventionsmaßnahmen investiert. Besser sei es, die Überwachungskameras mit zusätzlichen Sicherungsmaßnahmen zu koppeln. So werden Kriminelle zusätzlich abgeschreckt und durch Alarmanlagen werden Einbrüche oft gezielt verhindert.

Auch wenn die Wirkung nicht die erwünschte ist, so haben Überwachungskameras in Großbritannien mehr Erfolg bei der Reduzierung der Kriminalität als in anderen Ländern. Auch plädierten die Autoren weiterhin für Überwachungskameras in öffentlichen Räumen, sie empfehlen aber, dass die Ziele genauer definiert werden sollten.